Windows Server 2008 R2 Preview

Der Club Computer veranstaltet im Rahmen der Plattform für System und Netzwerk ClubSystem.NET immer wieder Clubabende, bei denen neue Produkte und Technologien vorgestellt werden.

Bei einem dieser Events sprach Klaus Reiter, Microsoft Solutions Specialist bei Microsoft Österreich, über die neuen Features des im ersten Quartal 2010 erscheinenden Windows Server 2008 R2.

Windows Server 7

Die Beta 1 (Build 7000) meldet sich mit Windows Server 7, was auch gleich die erste Frage beantwortet: Während die R2 beim Windows Server 2003 eine runderneuerte Version, aber eben noch immer ein "Windows XP Server" war, wird die Windows Server 2008 R2 der Nachfolger des "Windows Vista Server".

Monads Erben

Ein roter Faden, der sich durch die Erweiterungen zieht, ist die tiefere Integration der Powershell.
Herrschte beim Windows Server 2008 noch die paradoxe Situation, dass die von Microsoft gepushte Scriptsprache Powershell nicht auf dem GUI-losen Core Server lief, weil dieser keine .NET Laufzeitumgebung unterstützte, so ist dieses Manko nun behoben.
Weiters wurde die PowerShell erweitert, um Scripting in den Bereichen Active Directory, Internet Information Server und Power Management zu erleichtern und es gibt es nun auch eine grafische Oberfläche zur PowerShell Programmierung.

Green IT

Natürlich konnte sich Microsoft dem Trend zur Green IT nicht entziehen, und hat - die richtige Hardware vorausgesetzt - Core Parking (Abschaltung eines kompletten Core bei Nichtverwendung) und Active Power Policies implementiert, die eine Leistungsbeschränkung z.B. zu betriebsfreien Zeiten ermöglicht.

Fernbedienung

Auf einem Windows 7 Client oder einem anderen Windows Server 200 R2 lässt sich nun der Remote Server Manager installieren, um einen Windows Server 2008 R2 über die Ferne zu verwalten, natürlich auch einen Core Server.
Von dem Begriff Terminal Services muss man sich nun verabschieden, ab R2 wird er durch Remote Desktop Services ersetzt und rückt damit von der Terminologie her mehr in die Nähe der Client Remote Desktops, mit denen er ja eng verwandt ist.

Schaltzentrale

Möglichst viele administrativen Aufgaben wurden in den Server Manager integriert, wie ein kontextgefiltertes Eventlog, das in der Active Directory Konfiguration nur AD relevante Events anzeigt und ein Best Practice Analyzer, der Probleme und Verstöße gegen Microsoft Empfehlungen aufzeigt.

Virtual Live

Mit dem leistungsoptimierten Hyper-V 2.0 geht Microsoft in die nächste Runde im Kampf gegen VMware.
Als Antwort auf VMwares VMotion gibt es nun die Live Migration, die ein Verschieben einer virtuellen Maschine von einem Host zum anderen im laufenden Betrieb ermöglicht. Der Stillstand des Guest soll dabei unter einem Ping betragen, ein Copy-Job auf die virtueller Maschine läuft flüssig weiter, während diese verschoben wird.
Bedingung dafür ist eine Gigabit Heartbeat-Leitung zwischen den Hosts, da die nun auch den Speicherabgleich übernimmt.
Wie bei Windows 7 kann eine virtuelle Maschine als VHD (virtual harddisk) Datei nach einer kurzen Systemanpassung über das Startmenü gebootet werden, die Leistungseinbuße beträgt im Optimalfall nur 5%.

DHCP Failover

Ein altes Problemkind ist mit dieser Release auch vom Tisch: Wollte man die Verfügbarkeit eines DHCP Servers erhöhen, musste für den zweiten DHCP Server ein anderen Adressbereich verwenden werden, da die Informationen über die Adressvergabe nicht abgeglichen wurden.
Nun informieren sich die DHCP Server über die vergebenen Adressen, die Bereitstellung eines zweiten DHCP Adressbereiches ist nicht mehr notwendig.

AD aufpoliert

Im Active Directory sorgt nun bei einem reinen Windows Server 2008 R2 Forest ein eigener Recycling Bin dafür, dass gelöschte AD Objekte bis zu 180 Tagen mit allen Links wiederherstellbar sind.
Die in Windows Server 2008 eingeführte Eigenschaft, ein AD Objekt gegen irrtümliches Löschen zu schützen, ist nun defaultmäßig aktiviert.
Für Rollouts ist ein offline Domain Join verfügbar und das AD Administrative Center ist nun anpassbar, um z.B. Operatoren, die im AD nur einfache Arbeiten wie das Rücksetzen von Passwörtern durchführen, auch nur diese Möglichkeit im GUI anzubieten.

Localized

Um die Reaktionszeit von Außenstellen ohne eigenen Fileserver zu optimieren, können Clients mit dem Branch Office Cache nun Dateien für andere Clients vorrätig halten. So müssen Dateien und Webseiten nicht mehrmals über das schmalbandige Netz vom Fileserver in der Zentrale geholt werden.