Get on The Bus Europe 2009

Auf dem Weg zur TechEd Europe 2009 in Berlin fuhr ein Team von Microsoft, beginnend in Mailand, mit einem Bus quer durch Europa und hielt dabei jeden Tag in einer anderen Hauptstadt Vorträge. In Österreich fanden diese bei Microsoft in Wien statt, unterstützt vom Microsoft Partner ETC.

Die Themen waren die neuen Betriebssysteme Windows 7 und Windows Server 2008 R2 sowie der zum damaligen Zeitpunkt noch nicht veröffentlichte Exchange Server 2010 und die Interna der Microsoft Zertifizierung.

Da die Windows Themen nichts enthielten, was nicht schon auf dieser Website zu finden ist (siehe Tech Data Software Forum 2009 und Windows Server 2008 R2 Preview), möchte ich mich in diesem Bericht speziell dem neuen Exchange Server widmen.

Whodunnit

Der im Rahmen der TechEd am 9.11.2009 freigegebene Exchange Server 2010 wurde vorgestellt von Ian Hameroff, Senior Technical Product Manager for the Archiving, Retention, and Discovery Features of Exchange Server.

Breitspurig

Der neue Exchange Server 2010 setzt - wie schon sein Vorgänger Exchange 2007 - ein 64 Bit Betriebssystemen voraus. Unterstützt werden Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2.

Das dynamische Duo

Die volle Funktionalität bietet Exchange 2010 nur mit dem passenden E-Mail Client, der als Outlook 2010 auch Bestandteil des kommenden Microsoft Office 2010 sein wird. Dieses wird allerdings erst im Mai 2010 erscheinen.

The Net

Während das bisherige Web Interface (Outlook Web Access, kurz OWA) für die volle Funktionalität einen Internet Explorer benötigte, läuft Outlook Web App (wieder OWA als Kürzel) nun uneingeschränkt auch unter anderen Mainstream-Browsern wie z.B. Mozilla Firefox.

Das Web Interface ist bis zum Erscheinen von Outlook 2010 auch die einzige Client-seitige Oberfläche zum Verwalten von Postfächern.

Sind Sie sicher?

Überschreitet die Anzahl der Empfänger einer E-Mail eine gewisse Anzahl, fragt Outlook nach, ob nicht der falsche Verteiler gewählt wurde.

Das soll irrtümlich abgesandte Mails "an alle" vermeiden, die dann immer zu einem "das war wohl nicht für mich", "bitte solche E-Mails nicht mehr an mich schicken" oder "mich vom Verteiler entfernen" Antwortsturm führen, oft auch noch über den "An alle antworten" Button abgeschickt.

Enthält ein Verteiler auch E-Mail Adressen außerhalb des Unternehmens, meldet Outlook das vor dem Versenden, um zu vermeiden, dass vertrauliche E-Mails nach außen dringen.

Das Ende aller PSTs

War der Speicherplatz im zugeteilten Postfach erschöpft, wurden E-Mails bisher gerne auf PST Dateien ausgelagert, die dann meistens lokal am Desktop PC lagen. War dieser nicht eingeschaltet, konnte man auf diese E-Mails über Web Access nicht zugreifen und auch Administratoren konnten sie nicht durchsuchen. Vom zumeist fehlenden Backup ganz zu schweigen ...

Dieses Problem versucht die vom Exchange Server verwaltete Archivmailbox zu lösen. Mir drängte sich sofort die Frage auf, was diese Archivmailbox im Vergleich zu einer Vergrößerung des Postfaches bringt - hier die Antworten:

  • Das lokal zwischengespeicherte Postfach (*.OST) wird nicht größer und damit auch nicht langsamer
  • Es können am Exchange Server langsamere und daher kostengünstigere Speichermedien eingesetzt werden
  • Es ist geplant, in späteren Versionen die Archivmailboxen in eine eigene Datenbank ausgliedern zu können

OCS embedded

Der Office Communications Server, kurz OCS, der bisher ein eigenständiges Produkt war, wurde nun in Outlook 2010 integriert.

Bereits beim Eingeben der E-Mail-Adresse teilt Outlook durch Ausgabe des Abwesenheitstextes mit, dass der Addressat nicht erreichbar ist.

So kann man sich sofort an die Vertretung wenden oder andere Lösungswege beschreiten, was dem Absender eine Verkürzung der Reaktionszeit und Arbeitsersparnis bringt. Der Empfänger findet an seinem ersten Bürotag nicht einen überfüllten Posteingang vor, in dem er jede E-Mail überprüfen muss, ob er sie noch zu bearbeiten hat.

Threads

Unter dem Begriff Conversations verbirgt sich eine Thread-Funktionalität, die zusammengehörende E-Mails weitgehend unabhängig vom Betreff in einem Baum zusammenfasst. Ganze Conversations können auf "ignorieren" gesetzt werden, bestehende und zukünftig empfangene E-Mails werden dann nicht mehr angezeigt.

Voices

Voice Mails sind nun wie E-Mails in Outlook eingebettet.

Rollenspiele

Neue Rollen erleichtern das Verwalten des Exchange Servers, z.B. kann ein Benutzer ohne Administratorrechten autorisiert werden, auch fremde Postfächern zu durchsuchen.

Privatsphäre

Wird eine E-Mail explizit als persönlich gekennzeichnet, kann sie vom Empfänger nicht weitergeleitet oder ausgedruckt werden, sogar Screenshots mit dem integrierten Snipping Tool werden verhindert.

An einem diesbezüglich einheitlichen Verhalten von Digitalkameras arbeitet Microsoft nach Angaben des Vortragenden noch :-)